Diplomaten unter sich: „Young Leaders“ treffen US-Botschafter Philip D. Murphy

Mai 18, 2010 at 5:17 pm 1 Kommentar

Am 17. Mai 2010 bot sich den Teilnehmern des „Young Leadership Program“ des Deutsch-Amerikanischen Insituts Nürnberg eine einmalige Gelegenheit: Für knapp eine Stunde stand Philip D. Murphy, Botschafter und Repräsentant der amerikanischen Regierung, in Begleitung seiner Frau Tammy den „jungen Botschaftern“ der Stadt Rede und Antwort.

Eingeleitet wurde die Konversationsrunde durch Grußworte von Nürnbergs 2. Bürgermeister Horst Förther und dem Leiter des DAI Nürnberg, Prof. Dr. Andreas Falke. Diese hoben die besonders guten Beziehungen zur Partnerstadt Atlanta hervor und unterstrichen die Wichtigkeit persönlicher Erfahrungen im deutsch-amerikanischen Dialog. Im Anschluss daran würdigte Philip D. Murphy in einigen Worten die Metropolregion Nürnberg und begann in gewohnt lockerer und persönlicher Manier mit der Frage, wer von den Jugendlichen schon einmal die USA bereist hätte. Nach kurzer Unterhaltung mit den Schülern betonte er mit Hinblick auf die Reise der Nürnberger Repräsentanten nach Atlanta die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt für die USA und hob das Wirken Martin Luther Kings in der Hauptstadt Georgias hervor.

Nun bestand für die Jugendlichen die Möglichkeit, Murphy Fragen aller Art zu stellen. Auf die Frage, wie er seine Tätigkeit als Diplomat und sein Familienleben miteinander vereinbaren könne, übergab der bekennende Fußballfan promt das Wort seiner Ehefrau Tammy, die betonte, wieviel Zeit die Familie gemeinsam auf Reisen durch die Republik oder im „heimischen“ Berlin zusammen verbringt. Daraufhin schlugen einige Schüler vor, mit der Familie doch einmal das Nürnberger Spielzeugmuseum, das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne oder den nahe gelegenen Playmobil Funpark in Zirndorf zu besuchen.

Während des weiteren Gesprächsverlaufs wurden viele weitere Themen angesprochen. Murphy machte deutlich, wie wichtig ihm der Kontakt zu deutschen Jugendlichen und deren Amerikabild sei. Ebenfalls erklärte er seine Auffassung von Diplomatie und ob Religion eine Rolle bei seiner Arbeit spiele. Desweiteren zeigte er, in welchen Bereichen die Vereinigten Staaten und Deutschland vor ähnlichen Herausforderungen stehen und daher voneinander lernen können. Als Beispiel nannte er das Bildungs- und Gesundheitssysthem sowie die Folgen der demographischen Entwicklung. Und gefragt nach besonderen Erfahrungen der Familie hier in Deutschland antwortet seine Frau, wie beeindruckt sie war, als ihre Kinder Berlin zum ersten Mal ihr „home“ nannten.

The American Dream is real“

Philip D. Murphy sagt selbst, dass er stolz darauf ist, Freund des amerikanischen Präsidenten zu sein. Nachdem der Harvard Absolvent von 1993 bis 1997 das Frankfurter Büro von Goldman Sachs leitete und später Präsident der Asien-Sparte des Unternehmens wurde, entschloss er sich, in die Politik zu gehen und war anschließend Bundesvorsitzender für die Finanzangelegenheiten des Nationalen Ausschusses der Demokraten. Daher hat er auch die Wahlkampffinanzierung von Barack Obama mitorganisiert und genießt zu diesem ein gutes Verhältnis. Aus seiner Sicht ist der „American Dream“ für Barack Obama wahr geworden. Er sieht dabei auch eine Paralelle zu Angela Merkel, da in ihrer Jugend wohl niemand geglaubt hätte, dass die Tochter eines ostdeutschen Pfarrers jemals Kanzlerin eines geeinten Deutschland werden könnte.

Mit Sicherheit war es für die „Young Leaders“ eine unvergleichliche Gelegenheit, Einblicke in die Denk- und Arbeitsweise des amerikanischen Botschafters zu gewinnen, der nicht nur bei anschließenden „handshakes“ sondern während des ganzen Gesprächs den persönlichen Kontakt zu den jungen Zuhörern suchte.

Artikel der Nürnberger Nachrichten über den Besuch des Botschafters:

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1227150&kat=10

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1227088&kat=3&man=3

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Atlanta Jazz Festival im Mai Zusammenfassung des Vortrags vom 9. Juni 2010: „Nürnberg und Nationalsozialismus“

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